Meinen täglichen Terror gib mir heute

Heute morgen holte ich wie jeden Morgen meine Zeitung aus dem Briefkasten. Das erste Wort, das ich darin erkannte, war auch heute wieder 'Terror'. Da gab es die sogenannte Terror-Wohnung, in der kürzlich eine Antiterror-Razzia durchgeführt wurde. Und dann war da noch ein Antiterror-Beauftragter, der dem geneigten Leser erklärte, dass der mutmaßliche Terrorist, der in dieser Terror-Wohnung mutmaßlich gelebt haben müsse, wohl so einiges an Terror-Utensilien mutmaßlich darin versteckt haben dürfte.

Mein Herz begann vor Aufregung stärker zu klopfen. Ganz in der Nähe ist diese Terror-Wohnung gelegen, im Osten von Nordrhein-Westfalen. Meine Hand bewegte sich auf dem schnellsten Wege zur Terror-Tasse, äh Tasse. Jetzt erstmal einen kräftigen Schluck von dem Terror-Kaffee, verdammt Kaffee, einfach nur Kaffee, dachte ich, um meine bereits leicht angegriffenen Nerven zu beruhigen.

Ich blätterte weiter. Auf der nächsten Seite sprang mir das Bild von einem Mann mit Turban und dichtem Bartbewuchs ins Auge. Dieser Mann, vermutlich der zuvor erwähnte Terrorist, hatte es beim Knipsen des Fotos irgendwie fertig gebracht, gleichzeitig finster zu schauen und diabolisch zu grinsen. Sein bestes Terror-Lächeln präsentierte er mir. Unter dem Bild stand in fetten Lettern gedruckt:

DAS IST TERROR-AHMED!

So langsam bekam ich es jetzt wirklich mit der Angst zu tun. Mein Magen rumorte. Ein ordentlicher Biss in mein Terror-Brötchen, äh Brötchen, sollte ihn hoffentlich milde stimmen. Leider bekam ich diesen verdammten kleinen Terror-Bissen kaum mehr meine Kehle hinunter. Ich kaute und kaute, aber er wollte nicht. Das kleine Stückchen Brötchen terrorisierte meinen Mund- und Rachenraum unbarmherzig. Vielleicht noch ein Schluck von dem Terror-Kaffee, so dachte ich. Zitternd führte ich die Terror-Tasse an meinen terrorisierten Mund und verbrühte mir aufs Heftigste die Oberlippe.

Verdammter Terror, dachte ich. Und an allem ist nur dieser Ahmed schuld.

25. Nov 2015

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